Der dänische Philosoph Søren Kierkegaard hat einmal gesagt: „In den Kindern erlebt man sein eigenes Leben noch einmal, und erst jetzt versteht man es ganz.“

Damit drückt er aus, wie wunderbar es ist, als Eltern zu erleben, wie wunderbar es ist, ein Kind heranwachsen zu sehen. Der englische Schriftsteller Gilbert Keith Chesterton hat einmal ganz treffend festgestellt: „Das Wunderbarste an den Wundern ist, dass sie manchmal wirklich geschehen.“

Ein Kind zu bekommen ist ein Wunder. Wir wollen Ihnen dabei helfen, dass dieses Wunder Wirklichkeit wird.

Was erwartet Paare, die ein Kind bekommen wollen, wenn sie in das Kinderwunschzentrum nach Ulm kommen? Sie finden ein Team vor, das die Situation, in der sich Paare mit einem unerfüllten Kinderwunsch befinden, genau kennen. Wir wollen Partner sein, wollen Ihnen beistehen. Die Last, die mit Kinderlosigkeit einher geht, soll sich auf mehreren Schultern verteilen. Wir wollen, dass Sie sich uns anvertrauen.

Das Kinderwunschzentrum Ulm widmet sich einer einzigen Aufgabe – wir wollen mit Rat und Tat, mit unserem medizinischen Know-how dabei helfen, dass Kinderwünsche wahr werden.

Unser Internetauftritt soll Ihnen erste Informationen liefern. Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. Wir informieren und beraten Sie persönlich über unsere Untersuchungen und Behandlungen.

Gründe für das Ausbleiben einer Schwangerschaft

Wenn Sie seit über einem Jahr regelmäßigen Geschlechtsverkehrs noch keine Schwangerschaft verzeichnen können sollte nach den Gründen geforscht werden. Bei Frauen über 35 Jahren lohnt es sich, schon früher nach den Ursachen zu sehen.

Dabei sollten Sie wissen, dass Sie nicht alleine sind und keine Schuld tragen: wir schätzen, dass circa 2 Millionen Paare in Deutschland ungewollt kinderlos leben.

Wenn Sie sich Rat bei einem Experten suchen, sind die Gründe für den unerfüllten Kinderwunsch oft schnell gefunden:

  • Hormonelle Störungen und ungenügende Eizellreifung
  • Funktionseinschränkung der Eileiter
  • Fehlbildungen von Eierstöcken, Eileitern oder der Gebärmutter
  • Endometriose: Gebärmutterschleimhaut, die außerhalb der Gebärmutter wächst, zum Beispiel im Eileiter, im Eierstock oder in der Harnblase / Darm
  • Genetische Ursachen

  • Eingeschränkte Qualität/Fehlen der Samenzellen
  • Verschluss der ableitenden Samenwege, z.B. nach Infektionen, nach Sterilisation oder angeborene Fehlentwicklung der Samenleiter
  • Genetische Ursachen
  • Schwierigkeiten beim Geschlechtsverkehr
  • In circa einem Drittel der Fälle liegen die Gründe bei beiden Partnern zugleich, nur bei rund 10 % lassen sich keine Ursachen ausmachen

Therapiemöglichkeiten

Die Behandlung bei ungewolltem Kinderwunsch hängt immer stark von den individuellen Wünschen des Paares und den Ursachen ab. Dr. Gagsteiger beschäftigt sich seit 1993 mit den verschiedenen Methoden und hat seitdem immer wieder geholfen diese weiter zu entwickeln. Seine Erfahrungen teilt er mit den anderen Ärzten des Kinderwunschzentrums, die größtenteils selbst viele Jahre in der Reproduktionsmedizin verbracht haben.

Die Standard- und Routinetechniken gehören somit zum täglichen Geschäft und werden sehr gut beherrscht dazu gehören:

Oft bleibt die Schwangerschaft aufgrund einer ungenügenden Eizellreifung aus. In diesem Fall kann die Reifung mittels Hormonen in Tabletten oder Spritzenform unterstützt werden. Der Reifungsprozess wird mithilfe von Ultraschall und Blutuntersuchungen kontrolliert und die Dosis des Hormons entsprechend angepasst. Sobald der Follikel groß genug ist, wird der Eisprung ausgelöst. Die Befruchtung kann entweder über normalen Geschlechtsverkehr in einem festen Zeitfenster oder durch die Insemination stattfinden.
Ist die Anzahl und Beweglichkeit der Samenzellen des Mannes eingeschränkt oder sind diese verformt, kann eine Insemination durchgeführt werden. Dabei werden zum Zeitpunkt des Eisprungs besonders aufbereitete („gewaschene“) Spermien mithilfe eines dünnen Katheters direkt in die Gebärmutterhöhle übertragen. Bei der Insemination handelt es sich um eine simple und schmerzlose Behandlung, die Chancen auf eine Schwangerschaft liegen jedoch nur bei rund 10 %.
Die IVF Behandlung ist das wichtigste Instrument im Repertoire der modernen Reproduktionsmedizin. Nach der ICSI-Behandlung bringt sie die größte Chance auf eine Schwangerschaft und bietet sich besonders dann an, wenn eine Funktionsstörung der Eileiter vorliegt.

Bei der IVF stimulieren wir die einzelnen der Frau und entnehmen Sie in einer kleinen Operation, der Punktion. Außerhalb Ihres Körpers mit die Eizelle dann mit den Spermien des Mannes zusammengeführt. Im Anschluss beobachtet man die Entwicklung des entstehenden Embryos. Bei gesunder Zellteilung setzen wir üblicherweise zwei dieser Embryonen beim „Transfer“ wieder in die Gebärmutter ein. Bei der vierwöchigen Behandlung liegt die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft je nach Alter der Patientin bei bis zu 40 %.

Lässt sich keine Ursache für die ausbleibende Schwangerschaft finden oder ist die Spermienqualität des Mannes stark eingeschränkt, empfiehlt es sich, eine ICSI-Behandlung durchzuführen.

 

Die ICSI-Behandlung unterscheidet sich somit nur in der Befruchtung der Eizelle von der IVF Behandlung: dabei wird unter einem speziellen Mikroskop ein einzelnes Sperrmedium in eine dünne Injektionspipette aufgezogen und direkt in die Eizelle eingesetzt. Es wird der natürliche Vorgang des Eindringen seines Spermiums in die Eizelle nachgeahmt. Bei der ICSI-Behandlung besteht, je nach Alter der Frau, gemeinhin die höchste Chance auf eine Schwangerschaft.

Nach deutschem Recht dürfen maximal drei Embryonen in die Gebärmutter übertragen werden. Mit dieser Regelung wird versucht, das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft gering zu halten. Deswegen frieren wir die überzähligen befruchteten Eizellen oft ein, um sie wenn nötig zu einem späteren Zeitpunkt übertragen zu können. Damit können mit einer einzigen Punktion (Eizellentnahme) mehrere Embryotransfers durchgeführt werden, sodass die Anzahl der benötigten Operationen geringer ist.
Eine These wird dann durchgeführt, wenn sich keine Spermien im Ejakulat des Mannes befinden. Dabei wird eine Hodenbiopsie durchgeführt, um aus dem gewonnenen Gewebe Spermien zu isolieren. Dabei handelt es sich um einen kleinen chirurgischen Eingriff, mit dessen Hilfe mehrere Portionen Gewebe auch für den späteren Gebrauch eingefroren werden können. In über 70 % der Fälle können in dem Gewebe Spermien gefunden werden und mithilfe der ICSI-Behandlung die Eizellen der Frau befruchten.

Zusatzmaßmahmen

Unterstützung der Routinemaßnahmen

Besondere Auswahl gut aussehender Spermien mit Hilfe eines sehr stark vergrößernden Mikroskopes.
Langzeitkultur der Embryonen über fünf Tage bis zum Blastocysten-Stadium.
„Assistiertes Schlüpfen“ vor dem Transfer in die Gebärmutter durch Anritzen der Zona pellucida.
Spülung des Muttermundes mit Seminalplasma.
Bei EmbryoGen handelt es sich um ein Kulturmedium das den Wachstumsfaktor GM – CSF enthält. Dieses Cytokin gehört zu den Proteinen, die das Wachstum und die Differenzierung von Zellen regulieren. Dieses Kulturmedium bietet laut Hersteller signifikante Vorteile für Patientinnen mit vorangegangenen Fehlgeburten.
Um die Einnistung des Embryos in der Gebärmutter nach dem Embryotransfer zu unterstützen, wurde ein Produkt – der EmbryoGlue entwickelt. EmbryoGlue ist in seiner Zusammensetzung dem optimalem Gebärmutter Millieu zum Zeitpunkt der Implantation angepasst
PICSI (Physiologische Intracytoplasmatische Spermieninjektion) ist eine neue nicht-invasive Methode zur gezielten Auswahl reifer Spermien im Rahmen einer ICSI Behandlung. Das Prinzip dieser Methode ist, die reifen Samenzellen an eine speziell mit Hyaluronan-Gel behandelte Schale zu binden.
Zu den Hauptursachen für niedrige Schwangerschaftsraten und Fehlgeburten im Rahmen der assistierten Reproduktion (IVF/ICSI) zählen Chromosomenstörungen wie z.B. Trisomien, Monosomien oder Translokationen, die in der befruchteten Eizelle vorliegen und deren weitere Entwicklung beeinträchtigen. Ein Großteil dieser Störungen kann indirekt über die Polkörperdiagnostik (PKD), d.h. eine molekular-zytogenetische Untersuchung des 1. und 2. Polkörperchens nachgewiesen werden.

Calcium-Ionophore ist ein Reagenz für die Eizell-Kultivierung von Patientinnen, bei denen die Befruchtung nach einem ICSI-Zyklus sehr gering war oder sogar ganz ausgeblieben ist. (Wir empfehlen den Einsatz von Calcium-Ionophore, wenn weniger als 30% der Eizellen befruchtet waren.)

G-CSF ist auch ein wichtiger embryonaler Wachstumsfaktor. Er wird von Zellen in der Gebärmutterschleimhaut produziert und fördert das embryonale Zellteilungsverhalten positiv, welches auch eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen des Einnistungsprozesses ist.
Dynamische anstatt statische Analyse der Embryonalentwicklung

Üblicherweise werden die befruchteten Eizellen (Vorkernstadien) bzw. Embryonen zu wenigen, definierten Zeitpunkten aus dem Brutschrank geholt, um anhand von „Momentaufnahmen“ unter dem Mikroskop eine Beurteilung vorzunehmen. Die Aussagekraft dieses Verfahrens ist begrenzt.

Die lückenlose Videodokumentation der Embryonalentwicklung macht dagegen eine Vielzahl zusätzlicher Information zugänglich, die eine treffsichere Auswahl entwicklungsfähiger Embryonen ermöglich. Vielfach handelt es ich dabei um Kennzeichen der genetischen bzw. metabolischen Beschaffenheit eines Embryos.

Einige Beispiele:

  • Zeitpunkt des Erscheinens und Verschmelzens der Vorkerne
  • Zeitpunkt der ersten Zellteilung
  • Zeitspanne von Zwei – zum Dreizeller bwz. vom Drei- zum Vierzeller zur Beurteilung des Entwicklungsverlaufs und der Gleichmäßigkeit der Zellteilung
  • Vorhandensein von mehreren Kerne im Zweizellstadium als Kenneichen für genetische Abweichungen
  • Abschnürung und Abbau von „Zellbruchstücken“ (Fragmenten)

Das Embryo Monitoring System der Firma Unisense FertiltiTech A/S besteht aus drei Hauptkomponenten: dem EmbryoScope (einem Brutschrank mit integriertem Mikroskop für automatische Zeitrafferaufnahmen). Dem EmbryoViewer (einem Softwaresystem zur umfassenden Embryobeurteilung) und dem EmbryoSlide (einem speziellen Trägersystem zur Einzelkultur der Embryonen). Die kontinuierliche, vierdimensionale Dokumentation der frühen Embryonalentwicklung erschließt eine Vielfalt bisher unzugänglicher Informationen und ermöglicht die Embryobeurteilung mit nie gekannter Treffsicherheit.

Von der Mikroinjektion (ICSI) bzw. der Befruchtungskontrolle bei konventioneller IVF bis zum Embryotransfer nimmt die hochwertige Optik in Interwallen von 20 min Bilder jedes einzelnen Embryos auf. Für spätere 3D – Analysen können zu jedem Zeitpunkt bis zu neun Schärfebenen dokumentiert werden.

Die Bildqualität lässt selbst kleinste Zellkernstrukturen klar erkennen. Dabei liegt die Lichtexposition für jeden Embryo um Größenordnungen niedriger als bei der konventionellen Mikroskopie.

Die Gesamtbelichtungszeit über 5 Tage ist nur etwa 100 Sekunden.

Als Lichtquelle dient eine LED, die langwelliges, schonendes Licht von 635 mm Wellenlänge ausstrahlt – der Embryo wird dem unnatürlichen Umgebungslicht deutlich weniger ausgesetzt.

Die Aufnahmen der Embryonalentwicklung werden zusammen mit den Patientendaten und der Dokumentation der Kulturbedingungen im dazugehörigen Analysesystem, dem EmbryoViewer, gespeichert. Hier werden die Einzelbilder zu Zeitraffer – Videos kombiniert und eine Vielzahl von Auswertungsmöglichkeiten angeboten. Die Teilungszeitpunkte und andere wichtige Analyseergebnisse wie z.B. die Anzahl der Vorkerne können in eine Diagnosetabelle eingetragen werden.

Die Software erlaubt Direktvergleiche zwischen Embryonen: Ein Zeitfilter stellt alle Embryonen zu festlegbaren Zeitpunkten dar und die Embryonen der engeren Wahl können parallel angesehen werden. Das System bietet durch die Aufnahme von Schichtbildern die Möglichkeit, zu jedem beliebigen Zeitpunkt – ähnlich wie am Mikroskop – die aufgenommenen Schärfeebenen vergleichend anzuschauen. Auf Knopfdruck können Berichte mit den wichtigen Bildern und Daten erstellt werden.

Bei all diesen Analysen bleiben die Embryonen nunmehr völlig ungestört, sie müssen nicht aus dem Inkubator genommen werden. Die Verbindung von besonders schonender Embyrokultur und umfassender Embryobeurteilung trägt zur Verbesserung der Behandlungsergebnisse bei.